Technik verstehen lernen

Lehrkräfte-Tag im Technik Museum Sinsheim verbindet MINT, Making und Augmented Reality

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Sinsheim. Technik nicht nur betrachten, sondern verstehen lernen: Darum ging es beim Lehrkräfte-Tag am 22. Mai 2026 im Technik Museum Sinsheim. Die gemeinsame Fortbildung der Zentrale und der Regionalstelle Mannheims des Zentrums für Schulqualität und Lehrerbildung (ZSL) brachte interessierte Lehrkräfte an einen besonderen außerschulischen Lernort, an dem MINT-Bildung, Technikgeschichte, Making und digitale Erweiterungen unmittelbar erfahrbar wurden.
Bereits der Auftakt im IMAX-3D-Kino machte deutlich, wie eindrucksvoll technische Entwicklungen erzählt und für schulische Lernprozesse nutzbar gemacht werden können. Nach dem Welcome-Empfang und der Begrüßung durch den Veranstalter sahen die Teilnehmenden die IMAX-3D-Dokumentation „U17 – Die 500 Tonnen Reise“. Im Mittelpunkt stand dabei auch die Frage, wie pädagogische Unterrichtsmaterialien den nächsten Museumsbesuch mit einer Schulklasse fachlich vorbereiten und vertiefen können.
Der Lehrkräfte-Tag stand unter dem Leitgedanken „Technik verstehen lernen – unterrichtsnahe Erkundungen im Technik Museum Sinsheim“. Für das Arbeitsfeld 4 der ZSL-Regionalstelle Mannheim, das in der Sekundarstufe I unter anderem MINT-Fächer und insbesondere das Fach Technik im Blick hat, bietet das Museum besondere Möglichkeiten: Exponate werden nicht nur ausgestellt, sondern in ihrer Größe, Anschaulichkeit und Geschichte unmittelbar erfahrbar. Dadurch entstehen Zugänge zu Physik, Chemie, Mathematik, Informatik, Technikgeschichte und zu gesellschaftlichen Fragen technischer Erfindungen.
Alexander Lehrmann, Arbeitsfeldleiter Sekundarstufe I an der ZSL-Regionalstelle Mannheim, brachte diesen Anspruch in seinen Eingangsworten auf den Punkt:
„Das Technik Museum Sinsheim ist für uns ein herausragender Erlebnisort: Technik in ihrer Größe und Anschaulichkeit zum Anfassen zu erleben und verstehen zu lernen, eröffnet für Lehrkräfte und Schulklassen wertvolle Zugänge zu MINT, Technikgeschichte und gesellschaftlichen Fragen technischer Erfindungen.“
Ein besonderer Schwerpunkt des Nachmittags lag auf der Vorstellung der AR-Anwendung Augmely. Nach dem Wechsel in Halle 2 trafen sich die Teilnehmenden am Exponat THE BLUE FLAME. Dort wurde gezeigt, wie Augmented Reality technische Exponate durch Erklärungen, Animationen, Bilder und Grafiken erweitern kann. Damit eröffnen sich für den Unterricht neue Möglichkeiten, Ausstellungsobjekte nicht nur zu betrachten, sondern interaktiv zu erschließen. Die Präsentation war zugleich eine besondere Premiere: Nach intensiver Entwicklungszeit wurde das Projekt im Rahmen der Dachmarke „3D erleben“ durch die ZSL-Zentrale gemeinsam mit dem Technik Museum Sinsheim vorgestellt.
Ermöglicht wurde dieser Baustein durch die Zusammenarbeit des Technik Museums Sinsheim, vertreten durch Christina Lotz, mit dem ZSL Referat 24 vertreten durch Michael Schurk. Technische Unterstützung leistete das Stadtmedienzentrum Mannheim mit Klaus Fries.
Wie nah MINT-Unterricht an konkretes eigenes Tun heranrücken kann, zeigte zudem das Bildungsangebot „Making4future“ der Theodor-Heuss-Gemeinschaftsschule Sinsheim. Schülerinnen und Schüler hatten sich gemeinsam mit ihren Lehrern Volker Knauber und Gregor Prieschl am Beispiel des Raketenautos Blue Flame mit Raketenantrieb beschäftigt und ein eigenes Raketenauto im 3D-Druck-Verfahren entwickelt und gedruckt. Damit wurde anschaulich, wie Making, 3D-Druck und technische Fragestellungen Schülerinnen und Schüler motivierend an MINT-Inhalte heranführen können.
Nach dem offiziellen Ende um 17 Uhr hatten die Teilnehmenden bis 18 Uhr Gelegenheit, das Museum frei zu besichtigen und die Eindrücke des Nachmittags weiter zu vertiefen.
Zum Gelingen der Veranstaltung trugen neben den bereits genannten Partnerinnen und Partnern auch Julia Reimche, Business Development Manager Education, Ronja Lehmann aus der Systemgastronomie des Technik Museums sowie das Organisationsteam mit Tobias Kochenburger, Volker Knauber und Martin Schaal bei.
Der Lehrkräfte-Tag zeigte eindrucksvoll, welches Potenzial außerschulische Lernorte für zeitgemäße MINT-Bildung entfalten können: Wenn technische Exponate, digitale Erweiterungen und unterrichtsnahe Materialien zusammenkommen, wird Technik für Lehrkräfte und Lernende nicht nur sichtbar, sondern verstehbar.

Blick auf die Ausstellung

Zuschauer