Der 15. April 2026 markiert einen Meilenstein für die praxisorientierte Bildung in der Region. Mit der LFB-Online-Veranstaltung
„LLZG6D“ fiel der Startschuss für eine wegweisende Kooperation zwischen der Regionalstelle Mannheim des Zentrums für
Schulqualität und Lehrerbildung (ZSL) Arbeitsfeld 4 und der Jugendfarm Mannheim. Ziel ist es, die Sekundarstufe I enger mit diesem
einzigartigen außerschulischen Lernort zu vernetzen.
Wenn Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I heute an Schule denken, stehen oft digitale Medien und theoretisches Wissen im
Vordergrund. Die Kooperation mit der Jugendfarm Mannheim setzt genau hier einen Kontrapunkt: Erlebnispädagogik, echtes Handwerk und
der direkte Kontakt zu Tier und Natur werden zu festen Bestandteilen des pädagogischen Angebots.
Ein „Labor für das Leben“
Die Jugendfarm Mannheim ist weit mehr als ein Streichelzoo. Als „offener Abenteuerspielplatz“ bietet sie Räume für
Selbstwirksamkeit, die im schulischen Alltag oft schwer zu finden sind. Ob beim Hüttenbau, in der Holzwerkstatt oder bei der Pflege
der farm-eigenen Hühner – hier lernen Jugendliche, Verantwortung zu übernehmen und Probleme praktisch zu lösen.
Besonders das Konzept der „Mobilen Jugendfarm“ zeigt, wie flexibel Bildung heute sein kann: Wenn die Klasse nicht zur Farm
kommen kann, kommt die Farm eben an die Schule.
Benjamin Goos, Mitbegründer der Initiative Jugendfarm, betonte während der heutigen Fortbildung die Bedeutung dieses
Ansatzes:
„In einer zunehmend digitalen Welt bietet die Jugendfarm Jugendlichen die Chance, Selbstwirksamkeit durch echtes Handwerk und den
unmittelbaren Kontakt mit Tieren und Natur neu zu entdecken. Hier wird Bildung greifbar – im wahrsten Sinne des Wortes.“
Strategische Vernetzung für die Sekundarstufe I
Für das ZSL Mannheim ist diese Kooperation ein strategischer Schritt, um den Bildungsplan der Sek I lebendiger zu gestalten. Die
Fortbildung heute war erst der Auftakt einer ganzen Reihe von Unterstützungsangeboten für Lehrkräfte.
Alexander Lehrmann, Arbeitsfeldleiter Sekundarstufe I am ZSL Mannheim, sieht in der Zusammenarbeit ein enormes Potenzial für die
Schulentwicklung:
„Außerschulische Lernorte wie die Jugendfarm sind keine bloßen Ausflugsziele, sondern essenzielle Partner, um die
Leitperspektiven unseres Bildungsplans – wie Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) – praxisnah umzusetzen. Wir wollen
Lehrkräfte ermutigen, diese Freiräume für ihre pädagogische Arbeit aktiv zu nutzen.“
Der nächste Schritt: Biologie hautnah
Die Kooperation geht direkt in die nächste Phase. In Kürze wird eine fachbezogene Fortsetzung folgen: Die Fachberaterin Unterricht (FBU) Sandra Mercatoris wird eine spezielle Fortbildung für das Fach Biologie leiten. Dabei wird aufgezeigt, wie Lehrplaneinheiten der Sek I – von der Ökologie bis zur Verhaltensbiologie – direkt auf dem Gelände der Jugendfarm oder mithilfe der mobilen Angebote unterrichtet werden können.
Hintergrundinformationen
Interessierte Lehrkräfte und Schulen können sich auf der Website der Jugendfarm Mannheim über die vielfältigen Möglichkeiten informieren – vom „Werkzeugführerschein“ bis hin zum Einsatz der Reisehühner im Schulgarten.



