Im Austausch für gute Schule: Schulleitung wirksam stärken

ZSL Regionalstelle Mannheim und Staatliches Schulamt Mannheim setzen Impulse zu Basiskompetenzen, Leseförderung, Schulrecht und regionaler Vernetzung in der Sekundarstufe I

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Mit der Fortbildung „Im Austausch für gute Schule!“ bot das Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung, Regionalstelle Mannheim, Arbeitsfeld 4, am 30. Juni 2026 Schulleitungen und erweiterten Schulleitungen der Sekundarstufe I einen gemeinsamen Tag für Information, Austausch, Workshops und regionale Vernetzung. Im Mittelpunkt standen aktuelle Fragen schulischer Führungsarbeit, die Förderung von Basiskompetenzen sowie konkrete Impulse für Schul- und Unterrichtsentwicklung. Grundlage des Tages waren fachliche Inputs, praxisbezogene Workshops und der schulartbezogene sowie schulartübergreifende Austausch. 

Die Veranstaltung fand in der DJH Jugendherberge Mannheim International statt und richtete sich an Schulleitungen und Schulleitungsteams, die sich mit Potenzialen der Förderung von Basiskompetenzen für die eigene Schul- und Unterrichtsentwicklung auseinandersetzen wollten. Nach dem Ankommen begann der Tag mit der Begrüßung durch Endrik Ebel, Schulamtsdirektor am Staatlichen Schulamt Mannheim, und Alexander Lehrmann, Arbeitsfeldleitung Sekundarstufe I an der ZSL Regionalstelle Mannheim. 

Ein erster fachlicher Schwerpunkt lag auf dem Thema § 90 / Schulbesuchspflicht. Miriam Schuler und Bernd Wigand vom Regierungspräsidium Karlsruhe griffen zentrale Fragen zu Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen, Schulbesuchspflicht, Anhörung und Verhältnismäßigkeit auf. Die Präsentation arbeitete mit konkreten Fallbeispielen aus schulischen Alltagssituationen und eröffnete damit Raum für rechtliche Einordnung und fachliche Aussprache. Gerade für Schulleitungen ist diese Verbindung aus rechtlicher Sicherheit, pädagogischer Verantwortung und situationsangemessenem Handeln ein zentraler Bestandteil professioneller Führung. 

Im Anschluss setzte Imke Köster, Fachberaterin Unterrichtsentwicklung für das Fach Deutsch an der ZSL Regionalstelle Mannheim, mit dem Beitrag „Schulleiterwissen: Zentrale Bereiche der Leseförderung“ einen deutlichen Akzent auf die Förderung von Basiskompetenzen. Der Input bezog sich unter anderem auf die Umsetzung des Erlasses zur verbindlichen Förderung der Basiskompetenzen in den Klassenstufen 5 und 6 und machte sichtbar, welche Rolle Schulleitung bei der systematischen Verankerung von Leseförderung spielt. Thematisiert wurden unter anderem Leseflüssigkeit, Leseverstehen, Lesestrategien, Lesemotivation, Diagnostik und die Bedeutung verbindlicher Förderstrukturen. 

Ein besonderer Bezugspunkt war dabei das Programm „Die Textprofis“. In der Präsentation wurde es als niedrigschwellig nutzbares Material des Mercator-Instituts vorgestellt, das unter anderem Leseflüssigkeit und Leseverstehen trainiert. Deutlich wurde: Leseförderung ist nicht allein Aufgabe des Deutschunterrichts, sondern ein zentrales Thema der ganzen Schule. Entscheidend sind abgestimmte Konzepte, regelmäßige Fördereinheiten, diagnostische Grundlagen und eine Schulkultur, in der Lesen sichtbar und verbindlich verankert wird.  

Am Nachmittag vertieften die Teilnehmenden ihre Arbeit in zwei Workshopschienen. Das Angebot reichte vom Umgang mit schwierigen Kolleginnen und Kollegen über zentrale Fragen der individuellen Förderung, Prüfungen in Deutsch und Mathematik, Berufsorientierung bis hin zum Einsatz von KI als Lernassistent im Unterricht. Damit verband die Fortbildung schulrechtliche, fachliche, organisatorische und zukunftsbezogene Themenfelder, die für die Leitung und Weiterentwicklung von Schulen der Sekundarstufe I bedeutsam sind. 

Ein weiterer Bestandteil des Tages war die Arbeit in regionalen Gruppen mit Vertreterinnen und Vertretern des Staatlichen Schulamts Mannheim. Diese Phase bot Raum, regionale Perspektiven einzubringen, Erfahrungen auszutauschen und Vernetzung über die eigene Schule hinaus zu stärken. Gerade im Bereich der Basiskompetenzen können Schulen voneinander profitieren: durch den Blick auf bereits etablierte Konzepte, durch die gemeinsame Reflexion von Herausforderungen und durch neue Impulse für die eigene schulische Praxis. 

Die Fortbildung machte deutlich, wie eng gute Schule, wirksame Führung und systematische Unterrichtsentwicklung miteinander verbunden sind. Sie bot Schulleitungen und Schulleitungsteams eine fachlich fundierte Plattform, um aktuelle Anforderungen der Sekundarstufe I einzuordnen, konkrete Handlungsansätze kennenzulernen und den Austausch mit anderen Schulen und Institutionen zu vertiefen. Damit leistete das Format einen wichtigen Beitrag zur Qualitätsentwicklung von Schule und Unterricht in der Region Mannheim.

Für Alexander Lehrmann, Arbeitsfeldleitung Sekundarstufe I an der ZSL Regionalstelle Mannheim, steht bei dem Format besonders der verbindende Charakter im Mittelpunkt. Gute Schule entstehe dort, wo Schulleitungen nicht allein vor komplexen Herausforderungen stünden, sondern miteinander ins Gespräch kämen, Erfahrungen teilten und gemeinsam tragfähige Lösungen entwickelten. Gerade bei der Förderung von Basiskompetenzen brauche es klare Konzepte, fachliche Orientierung und den Mut, Schulentwicklung als gemeinsame Aufgabe zu verstehen. Fachliche Impulse, schulische Praxis und regionale Vernetzung werden in diesem Format deshalb gezielt zusammengeführt.

Teilnehmende einer Fachveranstaltung verfolgen einen Vortrag mit Präsentation in einem modernen Konferenzraum.

Teilnehmende einer Fachveranstaltung verfolgen einen Vortrag mit Präsentation in einem modernen Konferenzraum.