Talk im Fuchsbau

Gelungener Auftakt zeigt, wie KI Lehrkräfte entlasten kann – ohne Pädagogik zu ersetzen

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Mit rund 150 Teilnehmenden ist der „Talk im Fuchsbau“ erfolgreich in die neue Runde mit der Referentin Christina Wietig gestartet. Die digitale Auftaktveranstaltung „Mehr Zeit fürs Wesentliche: KI als Assistenzsystem für Lehrkräfte“ setzte dabei genau dort an, wo viele Kolleginnen und Kollegen aktuell den größten Druck spüren: bei hoher Arbeitsbelastung, zunehmender Heterogenität und dem Wunsch nach praxistauglichen Lösungen, die den Unterricht nicht komplizierter, sondern machbarer machen.

Im Zentrum des Nachmittags stand die Frage, wie sogenannte Large Language Models (LLMs) Lehrkräfte in ihrem professionellen Handlungsrepertoire sinnvoll unterstützen können – nicht als Ersatz, sondern als „Spezialwerkzeug“ für wiederkehrende Aufgaben. Anhand konkreter schulischer Anwendungsfälle wurde sichtbar, wo KI im Alltag Zeit zurückgeben kann: beim Strukturieren und Zusammenfassen von Texten, beim Formulieren erster Entwürfe (z. B. Arbeitsblätter oder Elternbriefe), bei der Variation von Aufgabenformaten sowie bei der Vorbereitung von Feedback und Bewertungsrastern.

Besonders gewinnbringend war die konsequent praxisnahe „Werkzeugkunde“: Statt bei allgemeinen Versprechen stehenzubleiben, zeigte der Vortrag, warum präzises Prompting entscheidend ist – und wie Lehrkräfte die Qualität von KI-Ergebnissen gezielt steuern können. Dazu wurde ein klarer Strukturrahmen vorgestellt (Rolle – Objekt – Kontext – Stil – Einschränkungen), der aus einer vagen Anfrage Schritt für Schritt zu belastbaren, differenzierten Materialien führt. Der Effekt wurde an Unterrichtsbeispielen aus dem Deutschunterricht (u. a. s/ss/ß) nachvollziehbar demonstriert – inklusive Differenzierung auf mehreren Niveaustufen.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf Qualitätssicherung und Professionalität: KI-Output kann hilfreich sein – aber er braucht Prüfung. Vorgestellt wurden dafür alltagstaugliche Routinen, etwa ein „Feedback-Loop“ zwischen zwei KI-Systemen (Erstellen – Gegenprüfen – Überarbeiten) sowie ein transparenter Faktencheck-Prozess (Ausgabe, Faktencheck, Quellenabgleich, Freigabe). Gerade diese didaktische Einordnung stieß in der Runde auf großes Interesse, weil sie einen pragmatischen Weg zwischen Innovationsdruck und pädagogischer Verantwortung eröffnet.

Deutlich wurde auch: Entlastung gelingt nicht automatisch. Ein reflektierter Blick auf das „KI-Paradoxon“ machte sichtbar, dass KI zwar Möglichkeiten erweitert, zugleich aber auch Erwartungen steigern kann (z. B. „drei Niveaus statt einem“). Entscheidend ist daher, gewonnene Zeit bewusst für pädagogische Handlungsspielräume zu nutzen – und KI als Werkzeug wertorientiert zu steuern. Diese Perspektive mündete in ein Verständnis von „AI-Leadership“ im Lehrberuf: Vorbild sein, bewusst lenken, professionell abwägen.

Nicht zuletzt wurden Fragen von Datenschutz und Verantwortlichkeit aufgegriffen: Keine echten Schülernamen in öffentlichen Systemen, sensible Daten vermeiden, Ergebnisse kritisch prüfen – und die Lehrkraft bleibt die finale Instanz, die pädagogisch einordnet, ergänzt und entscheidet. Genau diese Balance aus Mut zur Nutzung und Klarheit über Grenzen prägte die Veranstaltung – und machte den Auftakt so anschlussfähig für den schulischen Alltag.

Sprecherin vor Publikum

Vortragende

Ausblick, nach dem Auftakt geht es weiter: 

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Vom 9. bis 13. März 2026 lädt die ZSL-Regionalstelle Mannheim landesweit zur Bildungswoche ein. Die Idee dahinter ist ein konzentriertes Format: verlässlich planbare, kompakte Online-Fortbildungen am Nachmittag – gebündelt in einer Woche, damit Fortbildung als gemeinsame Lernbewegung im Kollegium sichtbar und leichter anschlussfähig wird. Erstmals sind dabei Sekundarstufe I und Grundschule wieder parallel mit eigenen Schienen vertreten.

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Übersicht Bildungswoche Sek I

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