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19.01.2024

Handeln gegen Antisemitismus als schulische Aufgabe – Podiumsvortrag mit Prof. Dr. Nicola Brauch

Inhalt

Antisemitismus ist nicht erst seit dem 7. Oktober 2023 ein alltägliches Problem an vielen Schulen und in der Gesellschaft, das belegen inzwischen etliche Studien. Diese zeigen auch, dass Lehrkräfte häufig Schwierigkeiten haben, wenn es zu antisemitisch aufgeladenen Situationen im Unterricht, in der Pause oder in Form von Schmierereien im Schulhaus kommt.
Das ist kein Wunder, denn die Ausbildung sieht eine professionelle Beschäftigung mit Gegenwartserscheinungen von Antisemitismus bislang nicht vor. Ein weiteres Problem ergibt sich auch aus einer häufig mangelnden Differenzierung zwischen Antisemitismus als Weltbild und anderen Formen der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit.
Im Vortrag geht Prof. Dr. Nicola Brauch auf Studienergebnisse zu Antisemitismus an Schulen in Deutschland ein, der bereits vor dem 7. Oktober 2023 vor allem in Form des israelbezogenen Antisemitismus auftrat. In der Literatur vorgeschlagene Möglichkeiten zur Unterscheidung dieser Art des Antisemitismus von Kritik am Regierungshandeln des Staates Israel werden vorgestellt und der Nahostkonflikt als Gelegenheitsstruktur für Antisemitismus in Deutschland eingeordnet.
Weitere Erscheinungsformen des Antisemitismus im Kontext Schule werden vorgestellt und anhand von Beispielen erläutert. Anschließend gibt die Referentin Einblick in die Empfehlungen, die seitens der Forschung für eine zielführende antisemitismuskritische Arbeit im Schulbereich vorgeschlagen werden. Der Vortrag endet mit einer Einordnung der Thematik in das größere Bild eines Bedarfs an gesamtgesellschaftlicher Demokratiebildung. Die gute Botschaft ist, dass Heranwachsende sich in ihren vom sozialen Umfeld übernommenen Stereotypen und vermeintlichen Überzeugungen noch irritieren lassen. Wie dies am wirkungsvollsten und ohne den stets erhobenen moralischen Zeigefinger gelingen könnte, ist eine Zukunftsfrage für Forschung und Praxis.

Referentin

Nicola Brauch studierte Geschichte und katholische Theologie (Lehramt) und wurde 2002 im Fach Kirchengeschichte an der Universität Freiburg promoviert. Sie arbeitete als Religions- und Geschichtslehrerin an baden-württembergischen Gymnasien, bis sie 2008 als Studienrätin im Hochschuldienst an das Historische Seminar der Universität Freiburg wechselte. 2014 erhielt sie einen Ruf auf die Professur für Geschichtsdidaktik an der Ruhr-Universität Bochum. Seit 2021 leitet sie dort das Verbundprojekt EMPATHIA3 zum Thema Antisemitismus-Prävention (BMBF Förderung).

Weitere Informationen

  • Wann: 19.01.2024, 15:00 bis 16:30 Uhr
  • Wo: in Heilbronn oder online
  • Anmeldung und Teilnahme:
    • Teilnahme in Heilbronn: Für die Teilnahme in Heilbronn können Sie sich unter Nennung der Kursnummer 241722MA1 per E-Mail an teilnehmerservice@aim-akademie.org anmelden.
    • Online-Teilnahme:
      Die Teilnahme online ist auf Youtube möglich.
  • Die Veranstaltung findet im Rahmen der Akademie schulmanagement in Kooperation mit der ZSL IMPULSE-Reihe statt.

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